Hallo liebe Vereinsmitglieder!

Rückblick 2011 und Ausblick auf 2012

Am letzten Wochenende, am Samstag, den 3. März 2012, trafen wir uns zur Jahreshauptversammlung mit Vorstandswahlen. Michael Meerboth (1. Vorsitzender) und Gottlieb Burk (2. Vorsitzender) sowie die einzelnen Ressortleiter fassten für uns das vergangene Jahr noch einmal zusammen und stellten die Planung für dieses Jahr vor. Seit der Verein vor 11 Jahren gegründet wurde und aus einer Hand voll Mitgliedern bestand, ist er mittlerweile auf  109 Personen angewachsen. Und zusammen mit der Mitgliederanzahl wächst auch jedes Jahr der Aktionsradius.

Der Verein bietet inzwischen u.a.  Spezial-Gymnastik für Reiter sowie viele Aktivitäten für Jugendliche und Erwachsene an. So war der IPRW e.V. beim Faschingszug durch Wehrheim vertreten,  in diesem Jahr unter dem Motto “Nordpol/Eskimos” mit vielen Reitern, nervenstarken Pferden und Fußvolk.

Für alle Vereinsmitglieder gab es im Frühjahr eine kostenlose Schulung durch die Tierärztin Dr. med. vet. Beate Schäfer mit dem Thema „Wie kann ich dem Pferd helfen, bevor der Tierarzt eintrifft?“ Die Schulung beinhaltete Tipps zur Erstversorgung von Wunden und die Darstellung wichtiger Krankheitsbilder beim Pferd.

Auch bieten die Vereinsmeisterschaften in einem durchaus professionellen Rahmen allen Reitern des Hofes, ob Turnier- oder Freizeitreitern sowie Reitern jeder Altersstufe, die Möglichkeit  Turnierluft zu schnuppern.

Der Verein hat außerdem eine eigene Tölt-Quadrille ins Leben gerufen, die einmal pro Woche trainiert und im letzten Jahr beim Laurentiusmarkt in Usingen einen ersten externen Auftritt hatte.

Eine Reiterrallye im Herbst sowie ein Bastelnachmittag im Dezember, bei dem Anbindestricke und Kalender hergestellt wurden, rundeten das Angebot für Kinder und Jugendliche ab.

Last but not least gab es eine gemeinsame Weihnachtsfeier am Hof.

Ein ganz spezieller Höhepunkt des letzten Jahres war die Ausrichtung des WM-Sichtungsturniers im Juni, das mit seinen ca. 300 hochkarätigen Startern das Organisationstalent und die Kraft aller Mitglieder forderte. Das positive Feedback von Zuschauern und Reitern bestärkte den Verein und die Familie Rubel-Leibold darin, in diesem Jahr ein großes internationales Turnier, die MEM (Mitteleuropäische Meisterschaften, vom 23. bis 26.08.2012), an den Hirtenhof zu holen. Hier reitet die Elite der Islandpferde-Reiter aus 10 Nationen und es werden zahlreiche interessierte Zuschauer erwartet. Die Vorbereitungen für diese logistische Mammutaufgabe laufen bereits auf Hochtouren. Für gute Verpflegung sorgen einige ausgewählte Caterer.

Die Samstagabend-Unterhaltung ist durch die regional bekannte Cover-Band „So Green“ sicher gestellt.

Alle Vereinsmitglieder und Freunde des Vereins treffen sich am Samstag, den 5. Mai um 17.30 Uhr zu einer vorbereitenden Informations- und Planungsveranstaltung. Hier darf diskutiert und mitgestaltet werden, was das Zeug hält.

Neben all diesen anstrengenden Aufgaben wird es aber in diesem Jahr auch wieder viele Spaßveranstaltungen geben. Die Jugendwarte haben ein Wanderreitwochenende  mit Übernachtung, Turnierbesuche auf anderen Höfen inkl. Zelten, eine Bastelveranstaltung und einiges mehr für die Kinder in Vorbereitung. Auch ein Vereinsturnier im Herbst (29./30.9.2012) und viele Trainingseinheiten für Turnier- und Freizeitreiter stehen an.

Sogar ein Kurs „Reiten und Richten“, wird angeboten. Er zeigt auf, nach welchen Kriterien Turnierrichter benoten und beurteilen. Der Reiter kann hier selbst seine Beobachtungsgabe und Fachkenntnis testen. Termin: 15.04.2012, ab ca. 10 Uhr. Anmeldungen über Birgit Quasnitschka: 0177-8033298, bquassel@gmx.deoder bei  Christoph Leibold: 0160-96407920, cleibold@t-online.de. Für Vereinsmitglieder ist das 1-Tages-Seminar übrigens kostenlos.

Nach den Berichten der verschiedenen Ressorts standen zum Schluss noch die Entlastung des Vorstands sowie Wahlen in zwei Ressorts an. Es wurden gewählt: Pressewart: Katrin Lamprecht, stellv. Pressewart: Beate Panther, Materialwart: Miriam Pavis. Alle wurden einstimmig ohne Enthaltung gewählt.

Allen Mitgliedern, Freunden und Helfern ein herzliches Dankeschön für die tatkräftige Unterstützung und rege Anteilnahme an allen Aktivitäten im letzten Jahr.

Herzliche Grüße

Euer IPRW-Vorstand

 

Bei kaltem aber einigermaßen freundlichem Wetter fand unsere IPRW-Weihnachtsfeier für alle Hirtenhöfler statt. Umsonst und draußen – so unser Motto.

Vor der Schmiede wurde ein weihnachtlich einladendes Ambiente geschaffen und in der Schmiede selbst duftete es nach Glühwein, Gebäck und Chili.

Mitgebrachte Plätzchen-, Lebkuchen- und Salatspenden rundeten unser Buffet ab.

Pünktlich zur Dämmerstunde füllte sich der Platz vor und in der Schmiede und es wurde langsam gemütlich eng.

Auch unser jüngster Nachwuchs bewies Standvermögen und nahm sehr gerne ein Becherchen Kinderpunsch.

Und ein Geburtstagskind war auch unter den Anwesenden.

 

Hier noch ein paar Schnappschüsse!

 

Wie jedes Jahr im Herbst, fand auch in diesem Jahr in den Ferien unser Reitkurs „Das kleine Islandpferd“ mit abschließender Prüfung statt. Von Montag bis Freitag trafen sich täglich schon ab 10 Uhr sieben reitbegeisterte Mädchen auf dem Hirtenhof. Zuerst wurden die Pferde je nach Vorliebe verteilt. Es konnten sowohl Kinder mit eigenem Pferd als auch Kinder mit Schulpferden teilnehmen. Dann galt es, die Pferde von der Weide oder aus dem Stall zu holen und „sattelfein“ zu machen. Meistens kümmerten sich die Kinder zu zweit um ein Pferd und ließen die Staubwolken aufwirbeln. Liebevoll wurde gestriegelt und gebürstet. Meistens war noch ein älteres Mädchen anwesend, das den jüngeren helfend zur Seite stand. Vor allem beim Satteln und Trensen war noch Hilfe nötig. Anschließend wurde dann je nach Wetter die erste Reitstunde auf dem Platz oder in der Halle abgehalten. Hier ging es darum, den Kindern die Grundkenntnisse im Umgang mit dem Pferd beizubringen. – Wie führe ich mein Pferd richtig, wie reite ich richtig an, wie halte ich es an. – Auch Biegungen und Handwechsel waren zu reiten. All dies musste in den 2 Gangarten Schritt und Trab sicher beherrscht werden. Auch das eigenständige Reiten wurde den jungen Reiterinnen beigebracht. Denn sie mussten sowohl in der Gruppe als auch selbständig „auf Kurs bleiben“. Zum einen wurde die Gruppenführung (Tete) immer mal wieder ausgewechselt und zum anderen musste auch durcheinander, d.h. nicht in der Abteilung, geritten werden. Nach der Reitstunde folgte eine Theoriestunde, speziell auf die Islandpferde zugeschnitten. Hier vertieften die Schüler ihr Wissen über Reitkunde, Pferdegesundheit, Pferdepflege und –haltung sowie das Wesen und den Charakter der Isis. Nach einer kleinen Mittagspause, in der das Mitgebrachte verzehrt wurde, ging es mit der zweiten Reitstunde am Nachmittag weiter.

Nach einer Woche voller neuer Eindrücke und jeder Menge neu erworbenem Wissen rund ums Pferd, fand dann am Samstag die Reiterprüfung statt. Dass einige Kinder Lampenfieber hatten, war klar, aber auch die Eltern, die an diesem Tag das Gelernte ebenfalls bewundern durften, zitterten mit. Schon beim Putzen und Satteln der Pferde waren die Prüfer, zwei Profireiter, anwesend und beobachteten genau, wie Kind und Pferd miteinander umgingen. Auch erste Fragen zur Theorie wurden gestellt. Nach dieser ersten Hürde wurde in zwei Gruppen in der Reithalle das Reiterliche geprüft. „Ganze Abteilung durch die Bahn wechseln“, „ ganze Abteilung vorbereiten zum Halt…“, so lauteten die Anweisungen, die von unserer Trainerin gerufen und von den Reitschülern befolgt werden mussten. Mit Argusaugen verfolgten die beiden Prüfer, ob z.B. auch erst beim Kommando „marsch“ angetrabt, und dabei ausgesessen oder leichtgetrabt wurde und die richtigen Abstände innerhalb der Abteilung eingehalten wurden. Nach einer kurzen Pause zum Versorgen der Pferde folgte der theoretische, mündliche Teil der Prüfung. Auch hier waren alle gut vorbereitet und glänzten mit ihrem Wissen. Sicherlich hatte der eine oder andere ein paar Schwächen, die nun von den Prüfern kommentiert wurden aber auch die Stärken wurden gebührend gelobt und hervorgehoben. Reiten ist schließlich kein leichter Sport. Man hört nie auf zu lernen. Aber es ist faszinierend zu beobachten, wie toll sich die kleinen Reiter im Laufe der Jahre entwickeln. Nur nicht die Geduld verlieren! Und bald steht für manch einen auch schon die Prüfung für „Das Große Islandpferd“ auf dem Programm.

 

Ihre Prüfung bestanden, haben in diesem Jahr:

Claudia Fröhlich und Marlene Tühl auf Jaqueline

Jessica Betzel und Karoline Dressler auf Anton

Lara Lehmann und Nathalie Gottsmann auf Elding

Paula-Leonie Peter auf Frekki

Wir gratulieren ganz herzlich,

Euer IPRW-Vorstand

 

Wieder einmal hatten die Hirtenhöfler Glück mit dem Wetter!

Klares, sonniges Herbstwetter begleitete die Jungend bei ihrer Reiterrallye, die unsere Jugendwarte Iris Steuer und Sarah Geier ausgedacht und vorbereitet hatten. Für die Durchführung hatten sich außerdem noch zahlreiche Vereinsmitglieder und Einsteller zur Verfügung gestellt, denn es galt 7 Streckenposten und einen Grill zu besetzen. Danke an die Quadrille-Damen, die ihren Fleischerei-Gutschein, den sie für den Auftritt in Usingen bekamen, eingelöst haben und so für reichlich Grillgut sorgten. Danke auch für die vielen leckeren Salat- und Kuchenspenden. Es wurde reichlich gefuttert. Alle halfen zusammen und so wurde es ein toller Sonntag.

Doch jetzt zum eigentlichen Geschehen: Um 11 Uhr kamen die Teilnehmer, um ihre Pferde einzufangen, zu putzen und zu satteln. Manche hatten sich im Vorfeld schon zu Teams aus 2-3 Reitern zusammengefunden. Die Streckenposten wurden auf ihre Stationen gelotst und mit den Aufgaben vertraut gemacht. In Zeitabständen von ca. 15 Minuten starteten die 6 Teams, jedes mit einer Google-earth-Karte, auf der der Weg eingezeichnet war, versehen.

Bei Station 1 galt es, ein rohes Ei sicher auf einem Löffel zum Ziel zu bringen, selbstverständlich nicht zu Fuß. Die Gangart wurde jedoch nicht vorgeschrieben und das Ei musste, egal von wem getragen, nur einmal unversehrt das Ziel erreichen.

Schnelligkeit, oder sagen wir Einschätzungsvermögen, war für die Station 2 angesagt. Hier musste der Reiter eine Strecke auf Zeit reiten. Derjenige, der der vorgegebenen Zeit, egal in welcher Gangart am nächsten war,  bekam die meisten Punkte.

Station 3 verlangte dem Reiter Fachwissen ab. Hier sollte unterschiedliches Futter den Futtermittelgruppen Raufutter, Saftfutter und Kraftfutter zugeordnet werden. Bei Station 4 war ebenfalls Fachwissen gefragt, denn die Einzelteile einer Trense mussten zu einem Ganzen zusammengefügt werden, ganz ohne Zeitdruck. Erstaunlich, dass fast keine Gruppe das Gebiss falsch herum einhängte.

Bei Station 5 trafen die Reiter auf eine verwundete, bewusstlose Frau. Hier sollte ein Notruf abgesetzt, die Person in die stabile Seitenlage gebracht und eine Fleischwunde am Arm verbunden werden. Gut, dass wir hier die widerstandsfähigsten unserer Mitglieder eingesetzt hatten.

Bei Station 6 war dann Zielgenauigkeit gefragt – Hufeisenwerfen vom Pferd aus.

Station 7, die letzte Station auf dem Weg nach Hause, verlangte Pferd und Reiter ziemlich viel Disziplin und Durchsetzungskraft ab, denn auf der eigentlichen Galoppstrecke wurde Schritt erwartet und ein weiterer Abschnitt sollte mittels eines Seiles, das an den Enden von je einem Reiter gehalten wurde, auch noch im Slalom zurückgelegt werden. Aber auch diese Aufgabe wurde fast mühelos gelöst. Zu guter Letzt waren noch Fragen zu beantworten, wie z.B. „Was ist ein Absetzer?“ Hier konnten leider nur 2 Teams punkten. 3 unterschiedliche Pflanzenblätter waren zu sammeln und die Wahrnehmung wurde auch noch geschult, indem Fotos mit der soeben gerittenen Strecke abgeglichen werden sollten.

Zum Abschluss fanden sich nach einem zünftigen Mittagessen alle Kinder und Jugendlichen in der Reithalle zu Ballspielen und zum Herumtoben ein. Schließlich musste die Zeit bis zur Siegerehrung überbrückt werden. Glücklich schätzen durfte sich, das Team mit Moira N., Nele I. und Peer N., das den ersten Platz belegte. Gut für den Winter mit Schal und Handschuhen aus Chrissis Reitshop gerüstet, verließen sie die Halle. 2. Sieger wurden Fee Z., Hannah U. und Claudia F. Und den 3. Platz belegten Lea W. und Svenja H.  Alle Sieger, Teilnehmer und Helfer nahmen witzige IPRW e.V.-Pokalmedaillen zur Erinnerung an eine rundum gelungene Rallye mit nach Hause. Wir freuen uns schon auf die nächste.

11.10.2011, K.L.

Und hier die Beweisfotos:


Bei strahlendem Sonnenschein und sommerlichen Temperaturen fand am 24. und 25. September unser Vereinsturnier auf dem Hirtenhof statt. Einsteller, Reitschüler und natürlich alle IPRW-Mitglieder waren herzlich eingeladen. Nachdem am Freitag der Hof noch ein wenig aufgehübscht, die  Beschallung installiert und das Zelt aufgebaut und eingerichtet worden war, ging es am Samstag um 14 Uhr mit der ersten Prüfung los. Geschicklichkeit für Kinder, Jugend und Erwachsene.

Jede Prüfung hatte ihre Besonderheit. Die Kinder mussten u.a.mit aufgespanntem Regenschirm Slalom reiten, Rechenaufgaben lösen und mit Tischtennisbällen in eine Futterschüssel zielen. Unsere  Jugend musste Äpfel fischen.  Die Erwachsenen durften mal ohne Sattel reiten, dabei mit Tischtennisbällen jonglieren und  Länderflaggen erkennen.

 

Ein weiteres Highlight boten Speedpass-, bzw. Speedtölt- und Galopprennen. Manch ein Pferd missachtete die reiterlichen Hilfen und wollte entweder große Sprünge machen (Speedtölt) oder man(n) hätte auch gemütlich einen Kaffee trinken können. Aber es gab durchaus auch die pfeilschnellen Passgänger,die praktisch nur noch eine Staubwolke auf der neuen  Passbahn hinterließen, sogar ohne Rückenwind.

Nachdem alle wichtigen Gangprüfungen (Vorentscheidungen) wie die Töltprüfungen  T7, T8, die Mehrgangprüfungen (ein Ergebnis wird gestrichen)  und Viergang (alle Gänge werden gewertet) abgearbeitet waren, kam der unterhaltsame Teil des Tages: Run, Ride and Bike. Fünf Teams hatten sich im Lauf des Tages zusammengefunden und starteten auf der Ovalbahn in verschiedenen Disziplinen. Ein Läufer, ein Reiter und ein Radfahrer umrundeten das Oval auf Zeit. Das schnellste Team siegte. Ein herrlicher Spaß, bei dem alle Zuschauer mitfieberten.

Nach der abendlichen Pferdeversorgung lud der Verein ins Zelt zum Grillen, Musikhören, Abtanzen und zum “Fachsimpeln” ein. “Team Neumann” mixte hervorragende, süffige  Caipis, die die Kälte nachhaltig vertrieben. Doch wer am nächsten Morgen reiten wollte, verabschiedete sich lieber frühzeitig, denn die Gehorsamprüfung stand bevor.

Der Sonntag startete mit der Reiterprüfung, bei der die  jüngeren Reiter zeigten, was sie “drauf” haben. Und siehe da, es gibt durchaus männlichen Nachwuchs, der zukünftig ernstzunehmende Konkurrenz darstellen wird. Bei der anschließenden Gehorsam C konnte viel gelernt werden, denn  die Richterinnen hatten, wenn gewünscht, eine abschließende Beurteilung des Dargebotenen für jeden Reiter parat.


Glcich nach dem Mittagessen fanden die rasanten Tölt- und Trabrennen auf der Ovalbahn statt. Hier zeigten die jüngeren Reitschüler, dass sie durchaus schon in der Lage sind, mit übermotivierten Schulpferden umzugehen. Hut ab!!!Bis zur Mittagspause durfte dann wieder auf dem Oval getöltet werden, wobei es jetzt um die Endausscheidung zu den Prüfungen vom Vortag ging.

Mit den Mehrgang- und Viergangprüfungen ging das Turnier seinem Ende entgegen. Viele Pokale und  Schleifen wurden vergeben und unsere Wanderpokale, die “Tölter” fanden neue und alte Besitzer.

Ergebnisse Vereinsmeisterschaft 2011

Unsere neue Vereinsmeisterin bei den Erwachsenen: Alexandra Panther

Vereinsmeister Kinder: Lennart Schnepp

Vereinsmeister Jugend: Jonah Samuel Schnepp

Das Turnier bot allen –  Reitschülern, Turnier- und Freizeitreitern –  eine gelungene Plattform, um ihr Können unter Beweis zu stellen oder einfach mal eine Wettkampfsituation zu erleben. Vielen Dank den drei “auswärtigen” Richterinnen, die sich bereit erklärt hatten, bei diesem Turnier zu richten. So konnten sich auch Christoph Leibold und Michael Rilk endlich einmal unter die Vereinsreiter mischen, just for fun.

26.09.2011 Kala

 

Die schönsten Fotos können auf der www. hirtenhof.de-Seite angesehen werden. Hier im Nachtrag noch ein paar Schnappschüsse von unseren tapferen Helfern und Organisatoren.

Dualtraining – Kombination aus Sitz- und Einwirkungsverbesserung: Training bei Caro und Nicole auf dem Hirtenhof/Wehrheim

Von Katrin Lamprecht

Am 1.4.2011 bei strahlendem Sonnenschein startete der dreitägige Reitkurs „Dualtraining, Sitz und Einwirkung“ auf dem Hirtenhof in Wehrheim. Es war schon der zweite Kurs dieser Art, den Nicole Rubel-Leibold (IPZV-Trainerin B) und Caroline Kühn (IPZV-Trainerin C und ausgebildete Physiotherapeutin) sozusagen im Tandem abhielten.

 

Da speziell das ältere Reitersemester auf unserem Hof (diejenigen, die sich erst spät den Wunsch nach einem eigenen Pferd erfüllen konnten) immer wieder festgestellt hat, wie schwer es ist, seinen Körper in Einklang mit dem des Pferdes zu bringen, um ein für beide Seiten zufriedenstellendes Reiterlebnis zu haben, baten wir unsere Physiotherapeutin vor Ort, sich doch mal speziell um unseren Sitz zu kümmern. Das tat sie mit großem Erfolg.

 

In der Reithalle wurde in der Mitte ein großes Rechteck mit Flatterband abgesteckt, so dass zwischen Bande und Viereck ein Treibweg entstand. Somit hatten die Pferde keine andere Wahl, als geradeaus zu laufen. Sie wurden gesattelt und aufgetrenst und dann hatte jeder Teilnehmer eine ganz individuelle Einzelstunde. Wir ritten im Schritt und dann je nach Problem im Trab, Tölt und Galopp mit relativ wenig Zügeleinwirkung. Sofort sah Caroline, wo es haperte. Probleme beim Angaloppieren?
„Mach mal deine Knie auf!“, kam da die Anweisung und schon ging es los – im richtigen Galopp. Eine breitere Handhaltung führte plötzlich zur `stolzen Haltung´ und dadurch zu mehr Sattelkontakt. Bei jemandem, der beim Reiten vor lauter Anstrengung gerne die Zähne zusammenbeißt und sich dadurch auch noch verspannt, konnte mehr Durchlässigkeit im Körper erreicht werden, indem der Reiter die Zunge an den Gaumen drückte. Sogar die Beine lagen danach locker an. Sie brachte uns dazu, tief in den Bauch und die verlängerte Wirbelsäule zu atmen, so dass der Schwerpunkt letztendlich wirklich im Sattel lag. Durch Drehbewegungen der Brustwirbelsäule beruhigten wir unseren Parasympathikus, wodurch sich Po und Beine ebenfalls entspannten. Auch an der Beweglichkeit der Brustwirbelsäule tat sich einiges. Eine kleine Kipp-Bewegung des Beckens brachte einige von uns dazu, die Beine in der richtigen Stellung zu halten und nicht mehr ins Hohlkreuz oder nach vorne zu fallen. Die Spannung in den Oberschenkeln, die einige Pferde am Tölten hinderte, konnte abgebaut werden.

 

Es war verblüffend, welche Wirkung mit einer kleinen Haltungskorrektur erzielt werden konnte. Im Anschluss nahm Caro dann noch einmal jeden von Nahem in Augenschein und platzierte ihn auf ihrem `BALIMO Stuhl´, der speziell zur Sitzverbesserung für Reiter entwickelt wurde. Eine ziemlich wackelige Angelegenheit, denn die Sitzfläche geht mit der Bewegung mit. Durch das unruhige Sitzen wird die Beweglichkeit der Lendenwirbelsäule geschult, die darunter befindlichen Muskeln werden gekräftigt und Blockaden im Beckenbereich gelöst. So konnte sie uns das Kippen des Beckens, die Haltung der Schultern und der Körpermitte noch einmal demonstrieren und korrigieren.

Am Abend trafen wir uns dann alle zur Reitergymnastik, wo das Kräftigen und Dehnen der beim Reiten beanspruchten Muskelgruppen im Mittelpunkt stand.

 

Nach 2 Korrektureinheiten zum richtigen Sitz, kam Nicoles Einsatz. Sie half uns, das soeben neu erlernte Körpergefühl beim freien Reiten in schnellerem Tempo umzusetzen, …und traute ihren Augen kaum.
Bei allen waren überraschende Fortschritte festzustellen. Sie krönte unsere Bemühungen noch mit weiteren sehr hilfreichen Tipps und Tricks und übernahm sozusagen das Feintuning.

 

Der `weite Blick´ verhalf uns zu einer aufrechteren Haltung und lenkte von zu viel Nachdenken ab, was ja bekanntlich auch blockiert. Eine Gewichtsverlagerung in die Steigbügel wirkte wahre Wunder beim Galoppieren. Bei einem Pony musste sie Pferdepsychologie einsetzen. Hier trainierte sie mit der Reiterin eine regelrechte Beschäftigungstherapie…und siehe da, das Pferd, zuerst wenig lauffreudig, entwickelte Eifer und Ehrgeiz.

 

Manchmal kann Reiten so einfach sein – mit der richtigen Hilfestellung von Außen – versteht sich.

Wissen, Entscheiden, Helfen, Vermeiden

Am Samstag, den 19. Februar 2011,  fand auf dem Hirtenhof ein Erste-Hilfe-Kurs unter der Leitung von Dr. med. vet. Beate Schäfer statt. Der Kurs hatte das Ziel, einer Gruppe von 20 Einstellern und Interessierten aufzuzeigen:

  • Wie verhält sich ein krankes Tier?
  • Muss ich den Tierarzt kommen lassen und wenn ja, wie dringend ist es?
  • Welche Maßnahmen können/müssen ergriffen werden bis der Tierarzt kommt?
  • Wie können Unfälle vermieden werden?
  • Wie verhalte ich mich bei akut auftretenden Problemen während eines Ausrittes (Pferd will nicht mehr vorwärts gehen, lahmt etc.)?

Ein kleiner Anatomie-Exkurs brachte uns zunächst Grundsätzliches näher, wie z.B. den komplizierten und sehr anfälligen Verdauungstrakt oder einen Vergleich der menschlichen Extremitäten mit denen des Pferdes. Wo befinden sich Knie und Ellenbogen?

Dann sollten wir erfahren, dass unser Islandpferd ca. 35-40 l Blut (1/12 des Gesamtgewichts)  durch die Venen pumpt, einen Herzschlag von 30 – 40 Schlägen pro Minute hat und die Atemfrequenz 8 – 16 Mal pro Minute beträgt. Die normale Körpertemperatur liegt bei 37,5 – 38 °C. Bei Belastung nehmen Atmung, Puls und Temperatur natürlich zu. Deshalb ist es sinnvoll, erst eine halbe Stunde nach einem Ausritt z.B. die Temperatur zu messen. Danach informierte uns Frau Dr. Schäfer über Symptome und deren Zuordnung zu den am häufigsten auftretenden Krankheitsbildern. Wie erkenne ich eine Kolik? Was kann ich bei einem Einschuss tun? Warum lahmt mein Pferd und welcher Fuß ist es? Kann es Rehe sein oder ein Hufgeschwür? Warum frisst es nicht und warum läuft der Futterbrei jetzt aus der Nase? Was hat es mit dem Durchfall oder der Verstopfung auf sich, was richten Parasiten an? Selbstverständlich erhielten wir auch Auskunft über die neuesten Ergebnisse in der Impfforschung.

Bei all diesen Fragen veranschaulichte unsere Tierärztin ihren Vortrag mit Exponaten wie Band- und Spulwürmern, einem Pferdeschädel mit intaktem Gebiss, einem Pferdebein-Skelett und seinem Innenleben.  An die Wand kamen verschiedene Schautafeln und jeder Teilnehmer erhielt ein Handout des Vortrags sowie eine informative Broschüre über Magen-Darm-Parasiten.

Zum Schluss gingen wir für die praktischen Übungen am Pferd in die Reithalle. Dort wurde Fieber gemessen, an verschiedenen Stellen der Puls gefühlt, mit dem Stethoskop der Herzschlag und die Darmgeräusche abgehört und schließlich legten wir einen Hufverband (mit einer Babywindel Gr. 4!!!), einen Röhrbein- und einen Druckverband an. Auch die Nasenbremse musste ausprobiert werden. Nach vier kurzweiligen und interessanten Stunden sind für uns jetzt jedenfalls Begriffe wie Kreuzverschlag, Einschuss, cranial, caudal, dorsal und ventral keine Fremdwörter mehr und wir könnten am Telefon (hoffentlich nicht sobald) perfekt über evtl. auftretende Symptome bei unseren vierbeinigen Freunden Auskunft geben.  Uns allen wünsche ich natürlich gesunde Pferde. Vielen Dank an Frau Dr. Schäfer für dieses tolle Seminar!

Katrin Lamprecht