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Sitzschulung mit Susanne Kronenberg

von Katrin Lamprecht

Balance und Harmonie im Sattel – das hatten sich einige Teilnehmer des Wochenendkurses mit Susanne Kronenberg am 9. Und 10. Januar am Hirtenhof zum Ziel gesetzt. Zumindest wollte man einen kleinen Vorgeschmack von mehr Leichtigkeit und Balance bekommen, ganz zu schweigen von feinerer Hilfengebung, die uns Reitern ja immer am Herzen liegt oder liegen sollte. Susanne begann ihre Reiterkarriere mit Großpferden und landete schließlich, wie wir alle, bei den Islandpferden. Die Charaktereigenschaften ihres Pferdes brachten sie dann irgendwann an eine Grenze und zum Umdenken. Die Lösung fand sie nun in verschiedenen Lehren zum Thema „Harmonie im Sattel“, richtiges Sitzen, korrekte Hilfengebung, wie bewegt mich das Pferd etc. u.a. auch bei Sally Swift.
Große Menschen auf kleinen Pferden haben ihre ganz eigenen Probleme bei der Hilfengebung. Diesen Satz sollten wir öfter hören. Und auch unserer Vorstellungskraft und dem Denken in Bildern zollten wir größere Aufmerksamkeit. Bevor wir so richtig zur Tat schritten, warnte uns Susanne jedoch vor: „Der Körper gewöhne sich nur schwer an neue Bewegungsabläufe und man falle nach einiger Zeit wieder zurück in alte Muster.“ Wer schon mal versucht hat, seine Hände ganz spontan zu falten und es danach mal anders herum versucht, der weiß wovon sie spricht.
Der erste Tag begann mit einer Stunde Theorie. Anschaulich brachte uns Susanne die richtige Atemtechnik bei. Auch der Blick des Reiters spielt beim Reiten eine beträchtliche Rolle und hat Auswirkungen auf seinen Sitz. Erstaunlich, aber wahr! Wir erlernten Dehn- und Streckübungen und den richtigen Steigbügelpunkt am Fuß erfühlen.

BewegungspunktAuch die Sitzbeinhöcker wurden nochmal gründlich erfühlt. Nach dieser Einführungsrunde wurde es dann spannend. Acht Reiter und vier Pferde stiefelten in die Halle, um der Theorie die Praxis folgen zu lassen. Die vier Fußgänger wurden zum Führen der Pferde eingesetzt, denn die Reiter sollten in aller Ruhe ihre Pferde erspüren und das Gehörte ausprobieren ohne in Stress zu geraten, weil die Pferde z.B. andere Ideen haben. Ob Fuß- oder Beinhaltung – nichts überließ unsere Trainerin dem Zufall. Wer uns von außen beobachtete, hatte wahrscheinlich das Gefühl, einer Gruppe von Reitanfängern zuzusehen. Es wurde hierhin gespürt und auch dorthin, wie treibe ich mein Pferd richtig, wie fußt es dabei ab. Runde um Runde gingen wir im Schritt, trafen uns hin und wieder zur Besprechung in der Mitte, machten einige Lockerungsübungen und hatten hinterher das Gefühl etwas ganz Wichtiges gelernt zu haben.
Nachdem die Gruppen getauscht hatten, war es schon Zeit zum Mittagessen. Meike hatte für uns alle Chilli con Carne (und ohne) gekocht und wir konnten das soeben Gelernte verinnerlichen und uns schon mal mental auf den 2. Theorieblock vorbereiten: die Zügelführung. Wie führe ich mein Pferd? Ist es für das Pferd schöner an der äußeren Seite geleitet zu werden, oder sollte ich innen ziehen? Wie ist das mit der Zügelfaust? Wie fühlt es sich wohl für das Pferd an, wenn ich die Faust schließe oder eine Parade mit dem Ringfinger gebe? All diese Fragen konnten wir uns durch praktische Trockenübungen mit einem menschlichen Partner selbst beantworten. Susanne hatte uns Zügel mitgebracht und wir hielten sie mal als Pferd und mal als Reiter. Das waren sehr erhellende Momente und ich weiß jetzt, dass ich meinem Pferd keinen Gefallen tue, wenn ich mit „Schlabberzügel“ reite.

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In der folgenden Reiteinheit ging es vermehrt um das Sitzen. Teilweise mutete es wie Zauberei an. Mein Pferd lief zum Schluss unter mir gut vorwärts, obwohl ich dieses „vorwärts“ nur dachte. Welche Bewegung erspürt man denn eigentlich, wenn man im Schritt reitet? Das war eine Frage, die hinterher von jedem gut beantwortet werden konnte. Doch mehr sei hier nicht verraten – denn jeder muss es selbst erfühlen.
Als Abschluss dieses Tages bat uns Susanne, zu überlegen an welchen Problemen wir in der Einzelreitstunde am Sonntag arbeiten wollten.
Der Sonntag war dann auch der spannendste Kurstag für uns alle. Jedem der 8 Teilnehmer widmete sich Susanne eine halbe Stunde alleine in der Halle. Und jeder nahm das für sich mit, was ihm am Wichtigsten war. Für den einen war es eine lockere Hüfte, für den anderen das Reiten auf gebogenen Linien, der nächste wollte endlich einmal ohne Schmerzen galoppieren usw. Für jeden hatte sie spezielle Übungen parat. Alle waren sich hinterher darüber einig, dass bei diesem Kurs endlich mal die Wurzel allen Übels angepackt wurde – der eigene für jeden ganz individuelle Sitz! Und manchmal war es ganz erstaunlich, welche Veränderung eine kleine Drehung des Fußgelenkes oder eine gedachte Bewegung hervorbrachte.
Interessierten sei der nächste Anfängerkurs in den Osterferien nahegelegt. Und dann der Folgekurs in hoffentlich nicht allzu weiter Ferne.

 

Haltepunkt4

Haltepunkt finden

Haltepunkt

Fuß abklopfen

Geht auch mit Gummistiefeln!

Geht auch mit Gummistiefeln!

Zügelführung

Zügelführung

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Wir wünschen allen IPRW-Mitgliedern, Reitern, Einstellern, Kindern und Jugendlichen ein glückliches, erfolgreiches neues Jahr 2016. Gesunde Pferde, grüne Wiesen, schöne Ritte und erfolgreiche Turniere wünscht Euch Euer IPRW-Vorstandsteam!