Die Kursgruppe. Nicht zu sehen Marla und Alina, Barbara, Tobi und Johanna, Gwendolin

 

 

Der Dressurkurs bei Nicole, Folge 1

Von Katrin Lamprecht

 

Mal was Neues! So dachten die interessierten Hirtenhöfler, Turnier- und Freizeitreiter gleichermaßen, und sicherten sich sofort einen Platz. Dem Winter die kalte Schulter zeigen und mit dem Training die Saison 2015 einleiten, war auch der Plan von Tobi und Johanna, die als Gäste mit ihren Pferden anreisten.

Nicole Rubel, Besitzerin des Hirtenhofs und Tainerin mit B-Lizenz,  hatte sich in den Wintermonaten stetig weitergebildet und Trainingsideen gesammelt. Die sollten nun an die Männer und Frauen gebracht werden und zwar ganz individuell auf den/die Einzelne(n) abgestimmt.

Großes Thema bei allen: die Seitengänge! Um ein Pferd gut zu gymnastizieren, gehören sie einfach in die tägliche Arbeit. Sie erfordern von Pferd und Reiter allerdings einiges an Koordination und Geschick. Geschmeidigkeit, Durchlässigkeit und Gehorsam waren dann auch das Ziel. Je nach Kenntnis- und Trainingsstand von Pferd und Reiter wurden die Aufgaben an die Paare (2+2 in einer Einheit à 45 Min.) verteilt: Schulterherein, Schenkelweichen, Konter-Schulterherein, Kruppeherein im Schritt und im Tölt, Galopparbeit etc. Nichts entging den Augen der aufmerksamen Trainerin: hier noch ein bisschen mehr die Schulter herein, da ein wenig mehr Biegung, dort das Übertreten verbessern. „Nanu – was ist das? Das muss ich mir mal von oben ansehen.“ Und schwupps saß die Trainerin auf dem Pferd und erfühlte die Probleme oder stellte mal kurz ihre Sicht der Dinge klar (dem Pferd gegenüber). Auch die Reiter selbst wurden gymnastiziert, wenn es erforderlich war. So sah man bei gleichzeitig kreisenden Schultern, ruhig zu haltende Hände und noch einiges mehr.

Individuell war auch die Anzahl der Stunden. Ganz Eifrige hatten zwei Trainingseinheiten pro Tag, andere waren an diesem Wochenende nur zwei Mal unterwegs und bei einigen Pferden war am ersten Tag die Akzeptanz so gering, dass sie einfach um eine zweite Trainingseinheit am gleichen Tag nicht herum kamen. Dank der Flexibilität von Nicole, konnten diese zusätzlichen Stunden eingebaut werden. So waren bei allen nach diesem Wochenende deutliche Fortschritte zu sehen und man unkt, dass die Hirtenhöfler daran zu erkennen sind, dass sie sich nur noch seitwärts dem Hessenpark nähern.

Bei einem gemeinsamen leckeren Mittagessen, organisiert von zwei bewährten Hobby-Köchinnen und  IPRW-Mitgliedern, wurden zusätzlich fachliche Fragen erörtert oder man tauschte sich untereinander mal in Ruhe aus, bevor es wieder in die Halle oder auf die Ovalbahn ging.  Auch „Nur“- Zuschauer konnten ihre Wahrnehmung schulen und dabei ebenfalls jede Menge lernen. Alles in allem ein lehrreiches Wochenende mit vielen neuen Erfahrungen und Eindrücken, das nach einer Fortsetzung verlangt. Die ist zum Glück auch schon geplant und zwar am 7./8. März 2015.