Gesunde Beine – zufriedene Reiter!

von Anna Fey

 

An einem Samstagvormittag machten sich einige Mitglieder des Reitvereins IPRW e.V. auf den Weg nach Rosbach zu den Hufschmieden Thomas und Gerhard Grimme, um mehr über den Huf und seine Funktion zu erfahren. Neben ihrer langjährigen Tätigkeit als Hufschmiede, bieten die Brüder  auch Lehrgänge und Seminare an, um ihr Wissen und ihre Erfahrung rund um den Huf an Kunden, Reiter, Trainer und Pferdefreunde weiterzugeben.

Um 10 Uhr wurden alle Teilnehmer mit Kaffee und Erfrischungsgetränken  in der Schmiede empfangen. Für jeden lag  eine Mappe mit den wichtigsten Schaubildern  zum Pferdebein/Huf bereit und einige Plastinate luden ein, sich schon einmal auf das Thema  einzustimmen. Zur besseren Veranschaulichung haben Thomas und Gerhard Grimme in den letzten Monaten etliche Plastinate, Nachbildungen, Querschnitte etc. von Hufen, Knochen, Sehnen und Kapseln  rund ums Pferdebein angeschafft. Weitere  Anschauungsmaterialien bekamen die Teilnehmer in den neu geschaffenen Seminarräumen oberhalb der Schmiede zu sehen. Besonders interessant war hier ein Plastinat, das die feinen Äderchen in Huf und Ballen zeigte und somit die starke Durchblutung des gesamten Hufes verdeutlichte.

Im ersten Block des Seminars wurde der Aufbau des Pferdebeins und explizit der des Hufes erläutert. Selbst erfahrene Pferdefreunde, die schon Basispass, Reitabzeichen und Trainerkurse des Dachverbandes der Islandpferdereiter ( IPZV e.V.)  absolviert haben, konnten ihr Wissen hier weiter vertiefen. Anhand eines Filmes wurde die Krafteinwirkung auf den Pferdehuf erläutert, so dass wir zum Abschluss auch auf den optimalen Schutz des Hufes durch Eisen, Hufschuhe und weitere Alternativen zu sprechen kamen.

Nach einem Mittagsimbiss stand im Mittelpunkt des zweiten Seminarteils die Funktion des Hufes, die optimale Pflege und Hufkrankheiten.  Auch hier wurden zur  Verdeutlichung Bilder und Plastinate herangezogen. Besonders interessant war ein Animationsfilm, der die Beweglichkeit des Hufes verdeutlichte. Ein wichtiges Fazit für alle Teilnehmer daraus war: Die Beweglichkeit des Hufes muss erhalten bleiben. So sollten z.B. im hinteren Bereich des Hufes keine Nägel gesetzt werden, um das natürliche Ausdehnen des Hufes in Ballennähe nicht zu behindern.

Außerdem ist eine gute Pflege der Hufe Grundvoraussetzung für ein gesundes und leistungsbereites Pferd und wichtig, um Krankheiten vorzubeugen. Für alle Teilnehmer abschreckend,  waren die kürzlich entstandenen beispielhaften Fotografien von verletzten und verformten Pferdehufen.

Am Ende des Nachmittages waren sich dann alle einig: Es war ein sehr interessantes und lehrreiches Seminar, bei dem keine Frage unbeantwortet blieb. Dem Pferdehuf, dessen Pflege und Beschlag werden sich alle noch intensiver widmen als zuvor.

Weitere Seminare und Veranstaltungen für den IPRW gemeinsam mit den Hufschmieden sind angedacht. So wird bereits jetzt über ein Seminar zur optimalen Hufpflege sowie eine Veranstaltung zum Thema „Beschlag und seine Auswirkung auf das Gangvermögen der Islandpferde“  in Kombination mit der Hirtenhofbesitzerin und IPZV-Trainerin B, Nicole Rubel-Leibold, nachgedacht.