Turnier-Einmaleins

 

 

Liebe Vereinsmitglieder und Besucher unserer Homepage,

pünktlich zur Turniersaison haben wir nun auch eine Sportseite auf der Homepage.

Um etwas Licht in den Dschungel der Sportreiterei zu bringen, hier ein paar allgemeine Informationen:

Islandpferde im Sport

Obwohl die meisten Islandpferde im Freizeitbereich eingesetzt werden, erfahren Turniere und Veranstaltungen, bei denen Islandpferde im Sport vorgestellt werden, immer mehr Popularität.

Da es sich bei Islandpferden um Gangpferde handelt, liegt der Schwerpunkt beim sportlichen Reiten auf der Qualität der Gänge.

Pferde und Reiter sollen ihre Fähigkeiten in den Rasse typischen Gangarten, z.B. in Tölt- und Passprüfungen oder auch in den sog. Gangprüfungen, bei denen neben Tölt und Pass auch die Grundgangarten beurteilt werden, zeigen.

Für Turniere mit Islandpferden gibt es eine eigene Prüfungsordnung, die sich IPO (Islandpferde Prüfungsordnung – national) nennt. In dieser sind Jugendarbeit, Sport, Zucht und Ausbildung geregelt. Unter FIPO versteht man die internationale Islandpferdeprüfungsordnung für Sportturniere.

Diese kann man sich bei Interesse auf der Homepage des IPZV (www.ipzv.de), auf der Seite des Ressorts Sport ansehen und kostenlos herunterladen.

Die Prüfungen finden entweder auf einer Ovalbahn (ideal ist eine Länge von mindestens 250 Metern) oder einer Passbahn (100- 250 Meter Länge) statt. Gehorsamprüfungen (Dressuraufgaben) werden im Dressurviereck oder in einer Reithalle geritten.

Sportturniere werden in der Islandpferdeszene in der Regel mit „OSI“ (offenes Sportturnier für Islandpferde) abgekürzt. Dies bedeutetet, dass bei den Turnieren ausschließlich Islandpferde starten dürfen und die Turniere für alle Islandpferde und Reiter offen sind, also ohne vorhergegangene Qualifikation geritten werden dürfen .

Kleinere Turniere, die sich eher an Freizeitreiter richten, werden in der Ausschreibung Hausturniere oder „Hestadagar- Turniere“ genannt.

Bei den Sportturnieren unterscheidet man zwischen Viergang-, Fünfgang-, Tölt- und Passprüfungen; oft gibt es noch Gehorsamprüfungen, die mit den Dressuraufgaben in der Großpferdereiterei verglichen werden können.

Auf Freizeitreiter- oder Jugendturnieren wird oft noch ein Geschicklichkeitsparcour, ein Springparcour, Horsemanship, Fahnenrennen, Mehrgang (im Gegensatz zum Viergang wird hier der schlechteste der vorgestellten Gänge nicht gewertet) oder Geländereiten angeboten. Welche Prüfungen letztendlich ausgeschrieben werden, liegt im Ermessen des Veranstalters.

Die einzelnen Prüfungen werden nach Leistungsklassen und Alter des Reiters oder des Pferdes unterteilt. Bei den Altersklassen des Reiters unterscheidet man nach

  • Kinderklasse S (wer mindestens 6 Jahre und maximal 9 Jahre im laufenden Kalenderjahr wird),

  • Kinderklasse M (wer im laufenden Kalenderjahr 7 bis 10 Jahre alt wird),

  • Kinderklasse L (wer im laufenden Kalenderjahr 10 bis 12 Jahre alt wird),

  • Jugendliche (wer im laufenden Kalenderjahr mindestens 12 und höchstens 16 Jahre alt wird),

  • Junioren (wer im laufenden Kalenderjahr mindestens 12 und höchstens 16 Jahre alt wird),

  • Erwachsene (wer im laufenden Kalenderjahr mindestens 21 Jahre alt wird)

Vorschau auf ein sportliches Jahr :

Das erste Turnier der Saison ist meist das Eisturnier in Oberstdorf oder auch Berlin, bei dem die Islandpferde ihre Prüfungen in einer Halle (ähnlich einer Eissporthalle) auf Eis laufen. Die Pferde werden dafür mit einem Spezialbeschlag ausgerüstet, um ein Wegrutschen und daraus resultierende Verletzungen zu vermeiden.

In den Frühlingsmonaten März/April finden deutschlandweit Körungen und Zuchtprüfungen (FIZO) statt.

Züchter und Pferdebesitzer können hier ihre Stuten und Hengste anmelden, damit diese von Materialrichtern im Exterieur (äußeres Erscheinungsbild des Pferdes) und Interieur (charakterliche Eigenschaften) beurteilt werden. Aus den einzelnen Bewertungsrichtlinien ergibt sich dann eine Gesamtnote. Ab einer Note von 8,0 (die höchste Note ist die 10,0) liegt das beurteilte Pferd im Elitebereich.

Die ersten Sportturniere finden Anfang März/Ende April statt. Zu dieser Zeit ist das Wetter gut genug, um ein ganzes Wochenende lang ein Turnier im Freien stattfinden zu lassen.

Außerdem ist es bei Islandpferdeturnieren üblich, dass die meisten Teilnehmer auf dem Turniergelände unmittelbar neben den Paddocks ihrer Pferde campen, was natürlich bei wärmerem Wetter wesentlich mehr Spaß macht.

Ende April/Anfang Mai haben die meisten Pferde den Fellwechsel hinter sich gebracht und konnten entsprechend den hohen Ansprüchen eines Sportturniers auftrainiert werden.

Nationale und internationale Turniere

Die Deutsche Islandpferde Meisterschaft (DIM) findet jedes Jahr an einem anderen Austragungsort in Deutschland statt. Der jeweilige Islandpferdehof muss sich als Ausrichter bewerben und wird dann von einem Gremium des IPZV ausgewählt. Zuvor wird der Veranstaltungsort auf seine Eignung hin überprüft.

Als Austragungsort für die DIM im Sommer 2014 konnte sich der Hirtenhof zusammen mit dem IPRW e.V. qualifizieren, denn hier auf dem 2008 bezogenen ehemaligen Hartungshof bieten sich optimale Voraussetzungen für nationale und internationale Turniere. Große Paddockwiesen direkt am Wettkampfoval und der Passbahn gelegen, mit einem wunderbaren Ausblick über die umliegenden Gemeinden, hervorragendes Catering und mit dem IPRW e.V. und vielen Einstellern ein engagiertes Veranstaltungsteam, werden auch bei den zukünftig stattfindenden Turnieren dafür sorgen, dass sich Reiter, Pferde und das gesamte für den Reitsport begeisternde Publikum wohlfühlen können.

Alle zwei Jahre (immer im ungeraden Jahr) wird im Islandpferdesport eine Weltmeisterschaft (WM) und (im geraden Jahr) eine Mitteleuropäische Meisterschaft (MEM) ausgetragen. Die MEM fand im Jahr 2012 nach acht Jahren wieder auf deutschem Boden, nämlich auf dem Hirtenhof statt.

Haus- und Vereinsturniere

Die letzten Turniere finden dann meistens im September statt, bevor die Pferde den Fellwechsel vollziehen und eine Herbstpause bekommen. Auf dem Hirtenhof endet die Saison immer mit dem Vereinsturnier.

In der Winterzeit veranstalten manche Höfe vereinzelt kleine Nikolaus- oder Hallenturnire. In der Regel wird den Sportpferden aber in der kalten Jahreszeit eine Erholungspause verordnet, bevor sie dann ab Januar/Februar  des neuen Jahres langsam wieder für die neue Saison trainiert werden.